StVO

Die österreichische Straßenverkehrsordnung von 1960, die seit damals gerne nach Lust und Laune mit mehr oder weniger sinnvollen Novellen und Fassungen erweitert wird ist natürlich mit den modernen Geräten, die wir anbieten teilweise ein wenig überfordert.

Wir haben deshalb einmal versucht zu klären, was man denn laut aktueller Gesetzeslage in Österreich mit Hoverboard, Segway, elektrischem Einrad, E-Scoter und elektrischem Longboard wirklich auf öffentlichen Verkehrsflächen darf.

Zugrunde liegt in den meisten Fällen die Definition Fahrrad:

Grundsätzliches

Was ist ein Fahrrad?

  • Das klassische Fahrrad (ein- und mehrspurig), das mit einer Vorrichtung zur Übertragung der menschlichen Kraft auf die Antriebsräder ausgestattet ist.
  • Ein elektrisch angetriebenes Fahrrad, das nicht mehr als 600 Watt Leistung aufweist und (aus eigener Kraft) nicht mehr als 25 km/h auf ebener Fahrbahn erreicht.
  • Ein zweirädriges Fahrzeug (Roller), das unmittelbar durch Muskelkraft angetrieben wird.
  • Ein Fahrzeug, das zwar kein Fahrrad im engeren Sinn ist, aber so wie ein elektrisch getriebenes Fahrrad nicht mehr als 600 Watt Leistung aufweist und (aus eigener Kraft) nicht mehr als 25 km/h auf ebener Fahrbahn erreicht.
    Anmerkung: Dies ist die Gruppe in die viele der im FunShop angebotenen Produkte wie elektrische Einräder, Segways und E-Roller fallen

Was ist kein Fahrrad?

  • Ein Kraftfahrzeug, das zwar im Prinzip aussieht wie ein Fahrrad, aber etwa einen Antrieb mit einem Verbrennungsmotor oder einen Elektroantrieb mit höherer Leistung als 600 Watt und/oder eine höhere Bauartgeschwindigkeit als 25 km/h aufweist.
  • Ein Fuhrwerk, das zwar aufgrund der Antriebstechnik (zB Verbrennungsmotor) eben kein Fahrrad im obigen Sinn darstellt, aber eine Bauartgeschwindigkeit von nicht mehr als 10 km/h aufweist.
  • Kleinfahrzeug, das überwiegend zum Verkehr außerhalb der Fahrbahn bestimmt ist, z.B. ein Microscooter, soferne er nicht als „Roller“ im Sinne eines Fahrrades zu bezeichnen ist.
    Anmerkung: Durch die immer bessere Ausgestaltung von Micro-Scootern nähern sich diese immer mehr dem guten alten „Trittroller“ bzw. „Triton“ an und fallen damit aber unter Umständen schon unter den Fahrradbegriff mit allen Ausrüstungsbestimmungen.
  • Kinderfahrrad, das aufgrund seiner Bauart keine höhere Geschwindigkeit als Schritttempo erreicht und dessen äußerer Felgendurchmesser 30 cm nicht übersteigt.
  • Wintersportgeräte sind ebenfalls nicht „Fahrzeug“ und daher auch nicht „Fahrrad“.

Technische Voraussetzungen

Bremswerte

  • Auf ebener Fahrbahn muss ein Verzögerungswert von 4 m/s² bei einer Ausgangsgeschwindigkeit von 20 km/h erreicht werden.
  • Bei Mountain-Bikes ist ein entsprechend höherer (aber nicht genau bezifferter) Wert gefordert, damit man auch im Offroad-Bereich sicher bremsen kann.

Moderne Fahrräder, insbesondere Mountainbikes, verfügen mittlerweile sehr oft über mechanische bzw. hydraulische Scheibenbremsen, die besonders bei Nässe ganze Arbeit leisten und hervorragend zugreifen. Ungeübte Anfänger sollten daher vor der ersten Ausfahrt die Handhabung ausreichend üben und die Bremskraftdosierung im flachen Gelände vorsichtig testen.

Warneinrichtung

Glocke, Hupe udgl.:

  • Jedes Fahrrad muss eine Vorrichtung zur Abgabe akustischer Warnzeichen haben.
  • Meist ist das natürlich eine „helltönende Glocke“. Aber auch eine Hupe ist zum Beispiel zulässig,

Ausnahme:
Rennräder brauchen keine akustische Warneinrichtung

Beleuchtungswerte

vorne:

  • weißes oder hellgelbes ruhendes Licht 100 cd („Candela“) muss die Fahrbahn nach vorne ausleuchten.
  • Grüne oder andersfärbige Leuchtdioden-Blinkies sind verboten!

hinten:

  • rotes (evtl. auch blinkendes) Rücklicht, mind. 1 cd
  • Nach hinten sind daher rote Leuchtdioden-Blinkies erlaubt!
  • Bei Stromversorgung mit Dynamo müssen mindestens diese Leuchtwerte bei 15 km/h Fahrgeschwindigkeit erreicht werden.

Ausnahme:
Die Beleuchtungseinrichtung darf bei Rennrädern und bei allen andern Rädern (zB Mountain-Bikes), die bei Tag und guter Sicht benützt werden, entfallen.

Der Dynamo

Prüfen Sie, ob der Dynamo „satt“ am Reifen anliegt und die Kabelverbindungen in Ordnung sind. Prüfen Sie, ob der Dynamo in „Aus-Stellung“ bleibt, wenn Sie ohne Licht fahren wollen.

 Reflektoren

vorne:

  • weiß
  • mind. 20 cm² Lichteintrittsfläche
  • muss der ECE-Regelung Nr. R 104 entsprechen
  • darf mit dem Scheinwerfer verbunden sein.

hinten:

  • rot
  • mind. 20 cm² Lichteintrittsfläche
  • muss der ECE-Regelung Nr. R 104 entsprechen
  • darf mit dem Rücklicht verbunden sein.

seitlich:

  • weiß oder gelb reflektierende Radreifen (ununterbrochener Ring) oder
  • Speichenreflektoren, gelb, mind. 20 cm² Lichteintrittsfläche und der ECE-Regelung Nr. R 104 entsprechen oder
  • andere seitliche Reflexeinrichtungen, die gleichwertig sind.

Pedalreflektoren:

  • keine Größenangaben
  • Reflektoren auf den Schuhen oder
  • auf den Tretkurbeln

Ausnahme:
Nur Rennräder brauchen keine Reflektoren, alle anderen Fahrräder sehr wohl und immer!

Verkehrsregeln

Vorrangregeln gelten für alle, Ausnahmen bei Radfahrerüberfahrten

Ärgernisse zwischen Auto- und Radfahrern entstehen häufig, weil sie die jeweiligen gesetzlichen Bestimmungen nicht genau kennen. Gegenseitige Rücksichtnahme und die Bereitschaft, sich in den anderen hineinzuversetzen, helfen, derartige Konflikte zu vermeiden. Wissen um die wichtigsten Regeln auch. Die gängigen Vorrangregeln und Beschilderungen gelten für Radfahrer genau wie für Autofahrer. Allerdings gibt es auch Ausnahmen, z. B. bei Radfahrerüberfahrten, bei Einbahnen sowie in Wohnstraßen und Begegnungszonen.

Persönliche Voraussetzungen für Radfahrer

  • Alkohollimit 0,4 mg bzw. 0,8 Promille
  • Kinder dürfen grundsätzlich nur unter Aufsicht einer Begleitperson (Mindestalter 16 Jahre) Rad fahren.
  • Alleinfahren ab dem 12. Lebensjahr, mit Fahrradausweis ab dem 10. Lebensjahr

Wo darf (muss) gefahren werden?

Folgende Verkehrsflächen dürfen (bzw. müssen) mit allen Fahrrädern befahren werden:

  • Fahrbahn, außer bei Vorhandensein einer Radfahranlage. Ausnahme von der Benützungspflicht gilt bei spezieller Verordnung und weiterhin für Trainingsfahrten mit Rennrädern.
  • Auf speziell als solche gekennzeichneten Fahrradstraßen ist jeder Fahrzeugverkehr, außer dem Fahrradverkehr, verboten. Es darf nebeneinander gefahren werden, doch gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h.
  • Gegen die Einbahn nur, wenn diese Erlaubnis gesondert beschildert wurde.
  • Radfahranlagen, außer mit mehrspurigen Fahrrädern und mit Anhängern, die breiter als 80 cm sind und nicht der Personenbeförderung dienen
  • Radweg
  • Radfahrstreifen
  • Geh- und Radweg
  • Radfahrerüberfahrt
  • Wohnstraßen, auch ohne Beschilderung gegen die Einbahn, aber nur mit Schrittgeschwindigkeit
  • Fußgängerzonen nur dann, wenn dies durch Beschilderung ausdrücklich erlaubt wird(Schrittgeschwindigkeit).
  • Begegnungszonen

Wo darf nicht gefahren werden?

  • Gehsteig, (außer zum Queren im Zuge der Zufahrt zu einem Fahrradabstellplatz). Ausnahme Kinderfahrrad unter Begleitung
  • Gehweg
  • Auf dem für Fußgänger bestimmten Teil eines (getrennten) Geh- und Radweges
  • Autobahn
  • Autostraße
  • Schutzweg

Vorrang

Beschilderungen mit „Dreieck“ oder Stopptafel gelten auch für Radfahrer!
Bei Radfahrerüberfahrten gelten besondere Regeln:

  • Tempolimit bei ungeregelten Radfahrerüberfahrten: maximale Annäherungsgeschwindigkeit von 10 km/h
  • Vorrang gegenüber rechts und links, solange sich der Radfahrer auf der Radfahrerüberfahrt befindet
  • Wartepflicht, wenn ein Radfahrer eine Radfahranlage verlässt oder diese endet

Sonst gelten die normalen Vorrangregeln: Wenn weder eine Beschilderung noch eine Bodenmarkierung einer Radfahranlage vorhanden ist, gelten die üblichen Vorrangregeln, also zB der Rechtsvorrang.

Telefonieren auf dem Fahrrad

  • Telefonieren beim Radfahren ist verboten
  • Ausnahme: Telefonieren mit Freisprecheinrichtung.
  • Bei Verstoß droht eine Strafe von 50 Euro bis 72 Euro.

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