Elektrisches Einrad

In Österreich gilt ein elektrisches Fortbewegungsmittel bis 25 km/h und weniger als 600 Watt mit einigen Einschränkungen und einem gut aufgelegtem Polizisten als (Elektro-)Fahrrad. Über 600 Watt oder 25 km/h wird es allerdings so kompliziert, dass wir auf diesen Fall derzeit hier nicht näher eingehen wollen und nur einen Betrieb auf Privatgrund empfehlen. Mit diesem Gerät kleiner 600 Watt ist somit der Radweg zu benutzen und wenn dieser nicht vorhanden ist, die Fahrbahn. Die Benützung des Gehsteiges ist mit allen Fortbewegungsmitteln die kein Kinderspielzeug darstellen, das sich mit Schrittgeschwindigkeit fortbewegt, außer zum Zu- und Abfahren, verboten.

Zu den Einschränkungen die uns Einradfahrern den Weg in die Legalität sehr erschweren:
Die gesetzlich vorgeschriebenen Reflektoren links und rechts wären problemlos möglich. Vorne und hinten wird es beim einen oder anderen E-Wheel schon ein wenig komplizierter Flächen von 20 cm² zu finden. Die notwendige fix am E-Wheel montierte Klingel wäre nur zur Beruhigung der Polizei aber nicht zur vernünftigen Verwendung einsetzbar. Funktioneller wäre eher eine Daumenklingel oder für die ganz harten Fälle ein Drucklufthorn. Manche elektrischen Einräder bieten auch eine Hupenfunktion per App. Bei den zwei voneinander vorgeschriebenen getrennten Bremssystemen wird es derzeit noch schwierig bis unmöglich und man könnte neben der Motorbremse noch die Nase des Fahrers nennen. Segway-Produkte schaffen diesen rechtlichen Spagat weil beide Reifen gebremst werden können. Das der Benutzer darauf keinen direkten Einfluss hat ist rechtlich egal. Im Gesetzt stehen zwei Bremssysteme und nicht zwei Bremsgriffe um diese auch getrennt bedienen zu können. Das ein elektrisches Einrad nebenbei nur ein Rad hat erschwert die Sache rechtlich noch weiter, denn laut StVO sollten wenigstens 2 Räder vorhanden sein um überhaupt als Fahrrad im Straßenverkehr akzeptiert zu werden. Mann oder Frau befinden sich somit mit ihrem elektrischen Einrad irgendwo im luft-/rechtsleeren Raum der  StVO. Sieht man sich als Radfahrer, dann gelten die selben Regeln wie für Fahrrad, Elektro-Scooter und Segway, sieht man sich als Benutzer eines Kinderspielzeuges (Raddurchmesser maximal 30cm), dann darf man am Gehsteig Schrittgeschwindigkeit fahren.

Soweit die Theorie. In der Praxis wurden wir in den letzten Jahren schon öfter in nette Gespräche (nicht ätzend gemeint, sondern wirklich nett) mit der Polizei verwickelt. Immer war das Interesse von Seiten der Exekutive groß aber niemals gab es in Österreich auch nur das geringste rechtliche Problem mit den Gesetzeshütern. Im Gegenteil, alle Polizisten waren ausgesprochen freundlich, neugierig, zuvorkommend und hilfsbereit. Die Mitarbeiter der Wiener Linien agieren da schon mehr als Spassbremsen wobei man so ehrlich sein muss, dass z.B. in der U-Bahn das Fahren jedliches Fortbewegungsmittels verboten ist. Verwiesen wurden wir einzig und alleine vom neuen WU-Campus, als dort auf einmal ein komplettes Fahrverbot eingeführt wurde.

Elektrische Einradfahrer sind entweder irgendwo im wilden Gelände oder auch gerne auf einer betonierten, abfallenden, 10 m breiten, einsamen Fläche mit Höchstgeschwindigkeit unterwegs. Alternativ geht noch ein Gehsteig mit wenig Fußgängern, ein Radweg mit wenig Radfahrern, oder eine Fahrbahn ohne Autos. Auf einer Straße mit Autos fühlen wir uns überhaupt nicht wohl, denn wir sind eigentlich nicht lebensmüde! Schon die Begegnungszone auf der Mariahilferstraße mit Fußgängern, Radfahrern, Autos und den Bussen, wird bei 20 km/h zum rasanten Computerspiel, das Spitzenreaktionszeiten erfordert um zu überleben. Auch ein überfüllter Gehsteig begeistert nur die Gleichgewichtskünstler unter uns, die versuchen bei 0-2 km/h nicht umzukippen und sich den Knöchel am Fußpedal wund zu schlagen.

Wie sooft im Leben gilt es somit einen vernünftigen Mittelweg zu finden und gerade als Einradfahrer nicht gegen alle anderen Verkehrsteilnehmer zu kämpfen.

Im Falle einer Kontrolle durch die Polizei gilt es somit individuell zu entscheiden ob man gerade mit einem Fahrrad oder einem Kinderspielzeug unterwegs ist um einer Strafe zu entgehen.

Ausrüstung

Schafft man es dem Polizisten glaubhaft zu machen, dass man ein elektrisches Fortbewegungsmittel ist, dann gelten die gleichen Ausrüstungsvorschriften wie für ein Fahrrad:

  • Warneinrichtung wie Glocke, Hupe oder dergleichen fix mit dem Gerät verbunden
  • Beleuchtung nach vorne mit weißem oder hellgelben Licht
  • Beleuchtung nach hinten mit rotem Licht
  • 2 getrennte Bremssysteme

Ausnahme: Die Beleuchtungseinrichtung vorne und hinten darf bei allen anderen Rädern (welche damit im Gesetzestext auch immer gemeint werden), die bei Tag und guter Sicht verwendet werden entfallen.

  • Reflektoren vorne weiß und hinten rot, sowie seitlich gelb. Jeweils mindestens 20cm² groß

Eine Schutzausrüstung bestehend aus Helm sowie Handgelenks-, Knie- und Ellbogenschützer wird von uns empfohlen, ist aber laut Gesetzt nicht vorgeschrieben.

Strafen

Ist man als E-Wheel-Fahrer trotzdem auf dem Gehsteig unterwegs, riskiert man bis zu 726 Euro Strafe. In der Regel wird aber ein Organmandat von 36 Euro verhängt. Außerdem muss sich auch ein Unicycle-Fahrer an die Promillegrenze von 0,8 halten.

Die Strafsätze bei Übertretung:

  • ab 0,8 Promille (0,4 mg/l Atemluft) – EUR  800 bis EUR 3.700
  • ab 1,2 Promille (0,6 mg/l Atemluft) – EUR 1.200 bis EUR 4.400
  • ab 1,6 Promille (0,8 mg/l Atemluft) – EUR 1.600 bis EUR 5.900
  • Verweigerung des Alkotests – EUR 1.600 bis EUR 5.900

Telefonieren auf dem E-Wheel:

  • Telefonieren beim E-Wheelfahren ist verboten
  • Ausnahme: Telefonieren mit Freisprecheinrichtung.
  • Bei Verstoß droht eine Strafe von 50 Euro bis 72 Euro.

Drogen und E-Wheelfahren:
Auch wer in einem durch Drogen beeinträchtigten Zustand ein elektrisches Einrad lenkt, muss mit Strafe zwischen EUR 800 und EUR 3.700 rechnen.

Sonstige Verstöße:
Wer sonst die Regeln über den Fahrradverkehr in der Straßenverkehrsordnung missachtet oder gegen die Fahrradverordnung verstößt, wird mit Strafe bis EUR 726 bestraft.
Dieser allgemeine Strafrahmen gilt für Verstöße gegen Verkehrsregeln wie:

  • falsche Fahrtrichtung in der Einbahn oder auf dem Radweg
  • Nebeneinanderfahren auf der Fahrbahn ohne Trainingsfahrt
  • unbeleuchtet trotz schlechter Sichtverhältnisse
  • Vorschlängeln zwischen angehaltenen Fahrzeugen, obwohl zu wenig Platz ist
  • Fahren am Gehsteig
  • Behinderung von Fußgängern oder Skatern am Schutzweg

Mindestalter

Das Mindestalter, ab dem man ohne Begleitung unterwegs sein darf beträgt 12 Jahre.

Haftung

Gerade wenn man mit dem Unicycle noch nicht so vertraut ist, kann es passieren, dass man ein parkendes Auto streift oder mit einem Radfahrer/Fußgänger kollidiert. Grundsätzlich wird in so einem Fall die Privathaftpflichtversicherung (meist in der Haushaltsversicherung enthalten) wirksam. Sie greift auch für Schäden, die Kinder der versicherten Person verursachen, wenn diese unter 18 Jahren sind. Hat man keine Versicherung, muss man den Schaden zur Gänze aus der eigenen Tasche bezahlen.

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