eFoil, Jetboard, Wasserjet & Co in Österreich

Anders als die Situation in den an Österreich angrenzenden Ländern ist hierzulande leider das Umweltbewusstsein noch nicht ganz so ausgeprägt, dass Elektromobilität am Wasser als vernünftige Alternative angesehen wird. Aus diesem Grund wird sie einmal grundsätzlich eingeschränkt bzw. verboten. Wobei die Regelungen so kompliziert sind, das nicht nur jedes Bundesland seine eigenen Gesetze hat sondern auch noch nahezu jedes einzelne Gewässer unterschiedlichen Bestimmungen unterliegt.

Viel besser, umweltfreundlicher und geräuschärmer als mit einem eFoil bis zu 90 Minuten mit einer Akkuladung unterwegs zu sein ist es natürlich in ein Motorboot extra 800 Liter Wasser als zusätzlichen Ballast zu füllen um damit bei einem Verbrauch von bis zu 60 Litern Treibstoff pro Stunde eine möglichst große Heckwelle zu erzeugen auf der dann eine Person mit einem Foil genau hinter dem Boot in einer stinkenden Rauchwolke herfahren kann. Dies wird z.B. gerne am Wörthersee praktiziert, wo das Fahren mit einem eFoil strengstens verboten ist. Hier kann man angesichts der Ignoranz und Dummheit der zuständigen Personen in einer Zeit in der der Klimawandel immer mehr zum Problem wird nur noch verwundert den Kopf schütteln.

Wird ein eFoil oder ein Jetboard weltweit als Boot angesehen, das zugelassen, registriert und versichert werden kann, befindet die Rechtssprechung in Österreich in den meisten Fällen, dass es sich dabei um einen Schwimmkörper handelt. Die Bezeichnung alleine wäre nicht so schlimm da Schwimmkörper in Österreich keiner Leistungslimitierung unterliegen, jedoch ist der Gesetzgeber in Österreich immer mehr der Meinung, dass ein Schwimmkörper hierzulande nur maximal mit 100 Watt betrieben werden darf. Wie es zur Ermittlung dieser Leistungsgrenze kommt ist uns leider unbekannt. Wir können aber von der technischen Seite her feststellen, dass ein elektrischer Antrieb mit 100 Watt an Land nicht mehr viel Masse bewegt und im Wasser nahezu überhaupt keine mehr. D.h. eine elektrischer Antrieb im Wasser ist vielleicht für ferngesteuerte Geräte interessant aber sicher nicht für die Elektromobilität von Personen. So wird man als Betreiben nahezu jeders elektrischen Antriebes auf den Gewässern in Österreich in die Illegalität getrieben.

Hier geht es zu den gesamten österreichischen Rechtsvorschriften für das Schiffahertsgesetz in der Fassung vom 26.11.2021.

Hier zur wichtigen Anlage 1 des Schifffahrtsgesetzes in der die geltenden Gewässer aufgelistet werden.

Hier geht es zu den gesamten österreichischen Rechtsvorschriften für die Seen- und Flussverornung in der Fassung vom 26.11.2021.

Übersicht der einzelnen Bundesländer und Gewässer in Bezug auf Kleinstelektromobilität am Wasser. Diese Übersicht gibt nicht vor komplett bzw. rechtlich völlig korrekt zu sein und wir freuen uns immer über genauere Informationen und Korrekturen die wir gerne hier veröffentlichen:

Wien

Alte Donau

Privatgewässer, elektrische Fahrzeuge (Boote und Schwimmkörper) bis 4,4 kW ohne Führerschein und Zulassung erlaubt, Maximal erlaubte Geschwindigkeit 7 km/h.

Hier zur Befahrungsverordnung der Alten Donau.

Neue Donau

Alle Fahrzeuge und Schwimmkörper mit Maschinenantrieb sind verboten ausgenommen Einsatzfahrzeuge, Fährverkehr und Bootsverleih mit elektrischem Antrieb bis 500 Watt.

Hier zur Beschränkung der Schifffahrt auf der Neuen Donau.

Donau

Verbot von Flyboards

Burgenland

Neusiedlersee, Neufelder See und Lacken im Seenwinkel

Elektrische Fahrzeuge (Boote und Schwimmkörper) bis 4,4 kW ohne Führerschein und Zulasung erlaubt.

Hier ein Link zum Landesgesetzblatt.

Niederösterreich

Lunzersee, Erlaufsee, Kampstauseen

Elektrische angetriebene Schwimmkörper ausgenommen bis zu einer Leistung von 100 Watt sind verboten.

Neue Donau

Alle Schwimmkörper mit Maschinenantrieb sind zwischen Strom-KM 1938,1 und 1936 verboten.

Hier die Verlinkungen zu den jeweiligen Bestimmungen Lunzersee, Erlaufsee, Kampstauseen, Neue Donau,

Donau

Verbot von Flyboards

Oberösterreich

Attersee, Traunsee, Hallstättersee, Mondsee und Wolfgangsee

Elektrische angetriebene Schwimmkörper mit mehr als 100 Watt sind verboten.

Donau

Verbot von Flyboards

Hier die Verlinkungen zu den jeweiligen Bestimmungen Attersee und Traunsee, Hallstättersee, Mondsee, Wolfgangsee und Donau.

Salzburg

Elektrische angetriebene Schwimmkörper mit mehr als 100 Watt sind verboten. Ausgenommen Aber- oder Wolfgangsee, Niedertrumer See (Mattsee) und Zeller See. Auf diesen Seen herrschen andere Regeln die uns noch ein wenig unbekannt sind.

Hier ein Link zum Landesgesetzblatt.

Kärnten

Wörthersee, Ossiacher See, Millstätter See, Weißensee, Faaker See und Draustauseen

Elektrische angetriebene Schwimmkörper sind verboten ausgenommen Einsatzfahrzeuge, Fährverkehr, Sondergenehmigung und Bootsverleih mit elektrischem Antrieb bis 500 Watt.

Interessante Ausnahmen: Am Afritzer See und am Feldsee (Brennsee) ist die Schiffahrt mit Fahrzeugen mit Elektromotoren für private Zwecke bis zu einer Leistung von höchstens 2,5 kW erlaubt.

Hier ein Link zum Landesgesetzblatt.

Tirol

Elektrische angetriebene Schwimmkörper mit mehr als 500 Watt sind verboten ausgenommen Einsatzfahrzeuge, Fährverkehr, Sondergenehmigung, Berufsfischer und Fahrten die der gewerbsmäßigen Schifffahrt dienen.

Hier ein Link zum Landesgesetzblatt inkl. Übersicht der Gewässer.

Vorarlberg

Bodensee

Das Fahren mit Aqua-Scootern, Jet-Bikes und ähnlichen Schwimmkörpern ist verboten? Ist ein eFoil ein ähnlicher Schwimmkörper? Es besteht auf jeden Fall die Leistungsgrenze von 4,4 kW ab der das Gerät zugelassen werden muss.

Hier ein Link zu den Rechtsvorschriften für Schifffahrt am Bodensee.

Hier zur rechtlichen Situation von eFoils und Jetboards in Deutschland.