Was ist jetzt schon wieder in unserem Land geschehen und warum gibt es in Österreich erneut ein totales rechtliches Chaos alle E-Scooter betreffend?
Wie in den Berichten von ZIB, Heute, Kronenzeitung usw. zu lesen ist, hat der ÖAMTC in Zusammenarbeit mit dem ADAC soeben 10 beliebte E-Scooter getestet und überraschend bemerkt, dass alle Modelle weit über den in Österreich erlaubten 250 Watt Nennleistung bzw. 600 Watt Maximalleistung liegen. Diese E-Scooter sind aber alle in Deutschland erlaubt, da es dort eine vernünftige Gesetzeslage und auch eine verpflichtende Versicherung für diese Fahrzeuge gibt. Nicht so in Österreich. Wir haben seltsame Gesetze, eine unsinnige Leistungsangabe, keine verpflichtende Versicherung und somit sind E-Scooter mit mehr als 600 Watt Spitzenleistung viel zu gefährlich für uns und eigentlich ein Motorrad. Nein, Entschuldigung, dass ist auch falsch, denn um in unserem Land eine Moped oder Motorrad sein zu dürfen benötigt man sogenannte COC-Papiere (Certificate of Conformity) zur Anmeldung. Diese gibt es aber für E-Scooter nicht denn diese waren ja bis zur letzten chaotischen Gesetzesänderung mit 1.5.2026 rechtlich noch Fahrräder und somit ist ein E-Scooter mit mehr als 600 Watt Spitzenleistung in Österreich eigentlich nichts, außer illegal.
Folgende E-Scooter wurden getestet wobei die Leistungsangabe der maximalen Motorleistung scheinbar nur von den Produzenten übernommen aber nicht wirklich gemessen wurde:
Segway Ninebot F3 Pro D: 1.200 Watt
ePowerFun ePF-2 PRO: 1.200 Watt
Xiaomi Electric Scooter 6 Max: 1.100 Watt
Egret X core: 902 Watt
SoFlow SO4 PRO MAX: 1.300 Watt
Niu KQi 200P: 700 Watt
Odys ULTRON i75: 1.000 Watt
Trittbrett Sultan +: 1.200 Watt
Navee N65 II: 1.350 Watt
Streetbooster Sirius: 960 Watt
Hier wäre es vielleicht einmal grundsätzlich ratsam einen echten Leistungstest bei E-Scootern in Österreich durch zu führen um wirklich die reale Nenn- und Spitzenleistung zu erfahren die scheinbar niemand kennt. Vertraut wird hier ausschließlich auf Leistungsangaben aus China. Leider gibt es in Österreich aber derzeit keinen zertifizierten Leistungsmessstand für E-Scooter.
Wir weisen seit Jahren unsere Kundinnen und Kunden sowie auf unserer Webseite darauf hin, das die Gesetzeslage in unserem Land ein wenig seltsam und unüberlegt ist, denn ein E-Scooter mit einer realen Nennleistung von 250 Watt ist leider völlig unbrauchbar. Diese Fahrzeuge werden abgesehen von Kinderscootern auch nicht produziert, denn warum sollten E-Scooter Produzenten ein Gerät entwickeln, dass man in Europa mit 80 kg und mehr nicht mehr vernünftig verwenden kann geschweige denn damit bergauf zu fahren. Die Experten unseres Landes die solche Gesetze formulieren haben leider wenig bis keine Ahnung von diesen Produkten geschweige denn grundsätzliches technisches Verständnis für Leistungsangaben in der Elektrotechnik. So war in den letzten Jahren ja nicht einmal rechtlich eindeutig geklärt von welcher Leistung das Gesetz denn nun wirklich spricht.
Während jedes E-Bike eine Tretunterstützung bis 250 Watt Nennleistung haben darf, zu der sich dann noch die Muskelkraft addiert und es so zu einer Gesamtnennleistung bis von bis zu 600 Watt oder sogar mehr kommen kann, werden E-Scooter gesetzlich auf 250 Watt Nennleistung limitiert. Das führt dazu, dass in unserem Land eingentlich kein einziger E-Scooter legal sein kann, der eine erwachsene Person mit 80 kg bergauf bewegt und so wie der ÖAMTC korrekt feststellt ist auch kein E-Scooter legal denn alle Fahrzeuge haben eine höhere Leistung.
Was passiert nun im Realfall? Grundsätzlich kann die Polizei derzeit weder die Nennleistung noch die Spitzenleistung eines E-Scooters korrekt messen. Deshalb richtet sich die Exekutive in den letzten Jahren danach, was am Typenschild eines E-Scooters steht. Jeder Wert unter 600 Watt wird dabei akzeptiert und nicht näher darauf eingegangen um welche Art der Leistung es sich wirklich handelt.
Große Probleme kann es im Schadensfall geben, denn ein E-Scooter über 600 Watt Spitzenleistung (also nahezu jedes Gerät) ist in Österreich kein E-Scooter mehr und somit auch nicht versichert. Dies kann zu weitreichenden finanziellen Problemen führen selbst wenn man völlig unverschuldet in einen Unfall verwickelt wird.
